Die Karte – Grundlagen

Know-how für die Orientierung auf Outdoor-Touren

Finger zeigt auf Karte, auf der ein Kompass liegtFür jeden Zweck gibt es die passende Karte: Radkarten, Seekarten, Wanderkarten, … Obwohl diese Karten auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind, haben Sie dennoch einige Eigenschaften gemeinsam. Wenn Sie diese verinnerlichen, können Sie sich mit so gut wie jeder Karte zurechtfinden.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen erklären, welche Grundlagen Ihrer Karte Sie kennen sollten. Je vertrauter Ihnen die Karte wird, desto einfacher wird die Orientierung – und desto mehr Spaß werden Sie in der Natur haben!

Finden Sie die richtige Karte!

Ausrüstung der Packliste Wandern im Onlineshop von Globetrotter kaufenGanz genau, Sie haben richtig gelesen: Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die richtige Karte wählen. Das klingt jetzt vielleicht ziemlich trivial, aber Sie wären nicht die erste Person, die mitten in der Natur steht und plötzlich feststellt, dass Sie die falsche Karte in den Händen halten.

Das Risiko steigt übrigens mit den Jahren: Je mehr Touren Sie unternehmen und je mehr Karten sich ansammeln, desto nachsichtiger werden Sie – und greifen einfach zur falschen Karte.

Aktualität der Karte beachten

Achten Sie darauf, dass Sie immer die zu Ihrer Aktivität passende Karte verwenden. Andernfalls riskieren Sie, dass wesentliche Informationen fehlen. Außerdem sollte die Karte nicht veraltet sein. Während Sie in Schweden teilweise noch mit 20 Jahre alten Karten wandern gehen können, sieht das in Deutschland schon anders aus. Plötzlich ist da, wo auf der Karte noch ein Radweg verzeichnet ist, plötzlich eine neue Schnellstraße. Oder die Hütte, in die Sie sich beim Wandern zurückziehen möchten, ist schon vor einigen Jahren abgebrannt und nie wieder neu aufgebaut werden.

Navigation in der Natur mit der KarteEs gibt viele Gründe, eine aktuelle Karte zu verwenden. Damit Sie wissen, ob Ihre Karte noch auf dem neuesten Stand ist, suchen Sie auf Ihrer Karte nach einem Datum. Dieses findet sich eigentlich auf jeder Karte in der Nähe der Legende und gibt an, wann die Karte erstellt worden ist. Gelegentlich ist das Datum auch direkt auf das Cover gedruckt.

Wir empfehlen generell, dass Karten nicht älter als fünf Jahre sein sollten. Die hängt aber auch vom Reiseziel ab: In Grönland ändert sich die Landschaft langsamer als in der Schweiz. Und in Kirgisistan sind Sie auf Ihrer Motorradtour vielleicht auf alte Militärkarten der Russen angewiesen, da es keine neueren Karten gibt. Im Zweifelsfall fragen Sie vor Ort einfach nach, ob die Informationen auf der Karte noch aktuell sind.

Den Maßstab kennen(lernen)

Was ist der Maßstab?

Der Maßstab gibt ab, wie viele Einheiten in der Realität eine Einheit auf der Karte entspricht. Das heißt bei einer Karte mit dem Maßstab 1:100.000, dass 1 cm auf der Karte 100.000 cm (bzw. 1 km) in der echten Welt sind. Es kann aber auch heißen, dass eine Daumenbreite auf der Karte hunderttausend Daumenbreiten in der Natur entspricht. Da die meisten Karten aber im metrischen System angelegt sind, ist es natürlich sinnvoll, in Zenti- und Kilometern zu rechnen.

Maßstab & Rasternetz

Karte und Kompass liegen im WaldEs ist sehr wichtig, den Maßstab einer Karte zu kennen, um Entfernungen schnell einschätzen zu können. Viele Wanderkarten nutzen den Maßstab 1:50.000 – 2 cm auf der Karte sind also 1 km in der Natur. Über die Karten werden oft Rasternetze gelegt, die aus 2 cm x 2 cm großen Kästchen bestehen, was 1 km x 1 km entspricht. Wenn Sie nun auf der Karte sehen, dass der Weg zur nächsten Hütte noch durch drei Kästchen des Rasters verläuft, wissen Sie automatisch, dass es noch ungefähr 3 km bis zur Hütte sind.

Verschiedene Maßstäbe = unterschiedliche Aktivitäten

Einige Maßstäbe eignen sich aber nicht für jede Aktivität. Ist der Maßstab zu groß oder zu klein, wird die Karte schnell unbrauchbar. Wir empfehlen die folgenden Maßstäbe:

  • Touren in den Alpen: 1:15.000 bis 1:25.000
  • Normale Wanderungen: 1:25.000 bis 1:100.000 (größere Maßstäbe eignen sich für sehr dünn besiedelte Regionen, für Deutschland sollte kein Maßstab größer als 1:50.000 genutzt werden)
  • Radtouren: ab 1:100.000 für Straßen, für Touren im Gelände sollte eine geringerer Maßstab verwendet werden
  • Reisen mit dem Kanu oder Seekajak: 1:50.000 bis 1:100.000 – für sehr verzweigte Gewässersysteme auch kleiner

Übrigens: Teilweise gibt es auch Karten, mit einem sehr krummen Maßstab von z. B. 1:23.500. In der Regel ist das nur Pragmatismus. Es wird versucht, touristische Regionen optimal auf ein günstiges Kartenformat zu drucken und nicht extra ein Sonderformat zu nutzen, was den Verkaufspreis der Karte in die Höhe treiben würde.

Legende der Karte

Nur wer die Legende seiner Karte kennt, kann die Karte auch lesen! In der Legende werden alle Zeichen erklärt, die auf der Karte genutzt werden, um die Landschaft möglichst realitätstreu abzubilden.

Achten Sie auf die kleinen Unterschiede und auf Details! Die wichtigsten Symbole der Legende sollten Sie tatsächlich auswendig können. In der Praxis erleichtert dies auch die Orientierung. Sie finden Sich während Ihrer Tour schneller zurecht und arbeiten effizienter mit der Karte.

In der Regel finden sich in der Legende auch bestimmte Zeichen für Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Viele versteckte Natur-Highlights bleiben Ihnen verborgen, wenn Sie die Legende Ihrer Karte nicht kennen.

Nordpfeil

Normale Karten sind immer nach Norden aus gerichtet. Das heißt, dass oben auf der Karte Norden und unten Süden ist. Rechts finden Sie entsprechend Osten und auf der linken Seite ist Westen. Auch wenn es gelegentlich Ausnahmen gibt, sind moderne Karten für Outdoor-Sportler immer nach Norden ausgerichtet. Symbolisiert wird das durch den Nordpfeil, der sich häufig in einer der Ecken einer Karte finden lässt.

Achtung: Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt. Dort ist Süden oben und Norden unten – Osten und Westen sind ebenfalls vertauscht. Lassen Sie sich bei einer Reise nach Neuseeland nicht den Kopf verdrehen!

Üben, üben, üben …

Ausrüstung der Packliste Wandern im Onlineshop von Globetrotter kaufenKeine Karte gleicht der anderen! Mit der Zeit werden Sie aber auf allen Karten verschiedene Muster und Ähnlichkeiten wiederfinden. Je häufiger Sie eine Karte in der Hand halten, desto schneller und geübter werden Sie sich auch mit unbekannten Karten zurechtfinden.

Mit ein wenig Übung werden auch Sie auf Ihren Outdoor-Touren bald wesentlich sicherer unterwegs sein!

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