Tarp ist über dem Waldboden gespannt

Schnelleinstieg: Vor- & Nachteile | Material | Bauformen | Größe | Zubehör

Das Tarp: Tipps & Tricks

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In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen eine spannende Alternative zum Zelt zeigen: Das Tarp. Im Kern ist ein Tarp nicht viel mehr als eine Plane, die irgendwo in der Landschaft aufgespannt wird und Sie vor Regen und Sonne schützt. Der Teufel liegt jedoch wie immer im Detail.

Tarps unterscheiden sich vor allem im Material, in der Größe sowie im Schnitt voneinader. Nicht jedes Tarp ist für jede Outdoor-Aktivität gleichermaßen geeignet. Vom Poncho-Tarp über leichte Silnylon-Tarps bis hin zu Tarptents gibt es etliche Varianten mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen dabei helfen, das für Sie passende Tarp zu finden.

Ein Tarp ist eigentlich nur eine Plane, die man über den Erdboden spannt. Die wesentlichen Unterschiede liegen im Material & in der Bauform.

Eigenschaften eines Tarps

Vorteile

Ausrüstung der Packliste Wandern im Onlineshop von Globetrotter kaufenIm direkten Vergleich zum Zelt bringt das Tarp einige Vorteile mit. Da es keine Wände und auch keine Bodenwanne gibt, kommen Sie der Natur sehr nahe. Zu allen Seiten genießen Sie die freie Sicht in die Landschaft. Während sich an sonnigen Tagen schnell Hitze im Zelt staut, haben Sie es unter dem Tarp angenehm luftig. Durch die gute Belüftung ist es auch kein Problem, unter einem Tarp zu kochen.

Das Gewicht von Tarps ist ebenfalls ein großer Vorteil. Im Gegensatz zum Zelt benötigen Sie kein Gestänge, kein Innenzelt und auch keine Wände – das spart ordentlich Gewicht. Da man Tarps mit Hilfe von Bäumen, Trekkingstöcken oder sogar Paddeln aufstellen kann, brauchen Sie als Zubehör nur ein Seil, Schnur sowie ein paar Häringe. Wenig Material lässt sich natürlich auch kompakt verpacken: Das Packmaß von Tarps ist ein Traum!

Auch der Preis ist ein sehr großer Vorteil. Gute Tarps erhalten Sie bereits ab 40,- €. Im Vergleich dazu geben Sie für ein Zelt schnell das zehnfache und mehr aus. Dazu kommt, dass Tarps vielseitiger sind als Zelt. Nach Ihrer Outdoor-Reise liegt das Tarp keinesfalls das ganze Jahr im Schrank. Ob beim Grillen oder beim Sonnenbaden – ein leichter und schnell aufgespannter Schutz vor Regen und Sonne ist zu jeder Jahreszeit sehr willkommen.

Nachteile

Tarp steht auf einer Wiese neben einen BacNatürlich hat ein Tarp nicht nur Vorteile – andernfalls würden ja nicht die meisten Outdoor-Sportler im Zelt schlafen. Die Nähe zur Natur kann dem Tarp schnell zum Verhängnis werden, wenn es sehr windig ist. Aus diesem Grund können Tarps nur an relativ windgeschützten Zeltplätzen aufgestellt werden. Auch Feuchtigkeit dringt leicht unter das Tarp. Ist es langanhaltend nass, wird mit der Zeit sämtliche Bekleidung und Ausrüstung feucht. Wenn es sehr windig ist und dazu auch noch regnet, müssen Sie Ihr Tarp sehr flach über dem Boden aufspannen, um sich vor der Nässe zu schützen.

Im Vergleich zum Zelt isolieren Tarps schlechter. Während Sie in einem Zelt gut und gerne 5° C über der Außentemperatur haben, werden Sie davon unter einem Tarp nichts spüren. In der Folge sollte der Schlafsack entsprechend gut isolieren.

Insekten, insbesondere Mücken, haben mit einem Tarp natürlich leichtes Spiel. Kein Netz hindert sie daran, sich Ihnen zu nähern und Ihnen Ihr Blut aus den Adern zu saugen. In Regionen, in denen es vor Mücken nur so wimmelt, kann das Schlafen unter dem Tarp eine Folter sein. Neben den Mücken sind es häufig auch Ameisen, die sich unter dem Tarp über Ihre Lebensmittel hermachen, wenn diese nicht perfekt verpackt sind. Weitere Feinde Ihres Proviants sind Mäuse und Ratten.

Größere Tarps lassen sich nur schlecht in sehr ebenen Gebieten ohne Bäume aufspannen. Ein Tarp für zwei Personen können Sie noch gut mit Hilfe von Trekkingstöcken errichten. Bei größeren Modellen müssen Sie Abstriche beim Platzangebot machen – oder aber Kreativität beim Aufspannen beweisen!

Material von Tarps

Silnylon-Tarps (Ultralight-Tarp)

Das klassische Material für Wanderungen und Trekkingreisen: Silnylon (bzw. Sil-Nylon). Das Material ist leicht, reißfest, stabil gegen UV-Strahlung und natürlich wasserdicht. Wenn es doch einmal einreißt, verhindert Ripstop das Weiterreißen. Kein Material eignet sich so gut für Outdoor-Reisen, bei denen Sie auf das Gewicht Ihres Rucksacks achten müssen.

Als Grundlage wird ein robustes Nylongewebe verwendet, welches von einer oder von beiden Seiten mit elastischem Silikon beschichtet wird. Die herausragenden Eigenschaften dieses Materials wissen auch Paraglider, Segler und Piloten von Heißluftballons zu schätzen.

Wenn Silnylon feucht wird, dehnt es sich leicht aus. Beim Aufstellen des Tarps sollte also darauf geachtet werden, dass alle Fixpunkte straff abgespannt sind. Anfangs ist das Material vielleicht ein wenig ungewohnt, da Silnylon-Tarps sehr glatt sind und Ihnen schnell aus der Hand rutschen. Der einzige Nachteil des Materials ist, dass die Reparatur nicht ganz so einfach ist: Auf Silikon hält nur Silikon, kaum ein anderer Kleber.



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Unbeschichtetes Polyester oder Nylon

Blick aus einem Tarp in den WaldEtwas einfacher als Silnylon-Tarps sind Modelle aus Polyester oder Nylon, bei denen auf eine Beschichtung verzichtet wurde. Das Material kann zwar robuster verarbeitet werden, weist in der Regel aber weniger gute Eigenschaften auf. So ist das Gewicht bei gleicher Fläche größer und das Material ist anfälliger gegen UV-Strahlung. Auch die Wassersäule ist nicht so hoch, wobei das bei einem straff aufgespannten Tarp kaum eine Rolle spielt.

Dafür sind Tarps aus Polyester oder Nylon wesentlich günstiger als Silnylon-Tarps. Man muss nicht ganz so gut auf sie aufpassen und kann sie auch mal dichter am Lagerfeuer nutzen. Wenn es dennoch zu einer Beschädigung kommt, ist die Reparatur viel leichter.



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Tarps aus Baumwoll-Mischgewebe

Robust und langlebig, so lassen sich diese Tarps bezeichnen. Meist wird der Baumwolle ein wenig Polyester beigemengt. Dieses sorgt für eine höhere Stabilität und hindert die Baumwolle daran, sich komplett mit Feuchtigkeit voll zu saugen.

Obwohl Tarps aus einem Baumwoll-Mischgewebe sehr schwer und kaum für den mobilen Transport geeignet sind, haben sie viele Vorteile. Das Material ist äußerst robust, sehr UV-stabil und selbst Funken und Flammen können das Gewebe kaum beschädigen. Bei Feuchtigkeit quellen die Fasern auf und verhindern das Eindringen von Wasser. Ein straff gespanntes Tarp kann somit auch mit einer niedrigen Wassersäule sehr gut vor Nässe schützen.

Modelle aus Baumwolle haben auch einen weiteren Vorteil: Sie sind viel natürlicher als Ihre Verwandten aus Kunststoff und greifen sich wesentlich angenehmer. Viele Outdoor-Sportler, die ein stationäres Basiscamp pflegen, wissen dies zu schätzen. Auch Kinder haben an den natürlichen Materialien ihre Freude.



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Canvas-Tarps

Heutzutage eher antiquiert ist die Nutzung von Tarps aus Canvas. Bei Pfadfindern und Jugendgruppen können immer mal wieder ältere Modelle entdeckt werden, in der Regel sollten Sie aber zu einem Modell aus einem Baumwoll-Mischgewebe greifen. Die Eigenschaften des Materials sind einfach besser. Canvas wird von uns nur noch als permanente Lösung empfohlen, wenn Sie z. B. ein Sonnensegel über Ihrer Terrasse aufspannen und das Tarp den ganzen Sommer draußen ist.

Bauformen von Tarps

Rechteckige Tarps

Mann spannt ein Tarp im Wald aufDer Klassiker unter den Bauformen ist das rechteckige Tarp. An den Seiten und Ecken finden sich Ösen zum Aufspannen. Günstige Modelle haben oft diesen Schnitt. Tarps dieser Form eignen sich für so ziemlich alles. Sie schützen gut vor Regen und vor Sonne. Auf Grund des einfachen Schnitts sind sie aber recht anfällig für Wind. Außerdem können sich bei Regen an den Kanten schnell Wassersäcke bilden, wenn das Tarp nicht sehr straff aufgebaut worden ist.

Auf- und Abbau sind leicht. Sie müssen nur dafür sorgen, dass die Mitte des Tarps in die Höhe kommt, z. B. mit einem Seil oder mit Trekkingstöcken, und die Ecken gut abspannen.

Wing-Tarps

Eine neuere Bauform unter Tarps ist der sogenannte Wing. Im Prinzip sind diese Modelle nur Weiterentwicklungen der rechteckigen Tarps. Die gesamte Baumform lässt sich leichter abspannen und schützt Sie besser vor Wind und Regen.

Wing-Tarps werden häufig auch als Vordach für Zelte genutzt. Sie können so ein paar Quadratmeter vor Ihrem Zelt vor Regen und Sonne schützen, um z. B. zu kochen oder den Aufenthaltsbereich ein wenig zu vergrößern. Wir empfehlen Wing-Tarps, falls Sie alleine oder zu zweit in der Natur reisen.


Tarp-Poncho

Regenschutz und Herberge in einem: Der Tarp-Poncho. Ehemalige Rekruten der Bundeswehr werden sich vielleicht noch daran erinnern, wie vielseitig sich der Regenponcho einsetzen ließ.

Heute werden Tarp-Ponchos häufig von Ultralight-Wanderern genutzt, die bei Ihrer Ausrüstung Wert auf ein besonders niedriges Gewicht legen. Große Ponchos sind Regenjacke, Regenhose und Zelt in einem. Mit einem Trekkingstock und vier Häringen ist aus dem Poncho schnell ein Tarp gemacht. Einige Modelle lassen sich dabei wie ein rechteckiges Modell aufspannen. Andere wiederum bilden eine kleine Pyramide, ähnlich einem Tarptent.



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Das Tarptent

Leicht, stabil und mit einem Trekkingstock aufgebaut: Das ist das Tarptent. Im Vergleich zu normalen Tarps kann man mit dem Tarptent einen geschlossenen Raum mit Boden und Wänden aufspannen. Dadurch schneiden diese Modelle auch bei schlechterer Witterung noch ganz gut ab. In der Mitte wird das Tarptent mit einem Trekkingstock aufgespannt und an den Ecken und Seiten mit Häringen befestigt.

Anfängern empfehlen wir diese Tarps nicht – wenn Sie sich ein Tarptent anschaffen, sollten Sie ein wenig Erfahrung auf Outdoor-Reisen mitbringen und wissen, worauf Sie sich einlassen.



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Die richtige Größe für das Tarp finden

Ausrüstung der Packliste Wandern im Onlineshop von Globetrotter kaufenJe kleiner ein Tarp ist, desto leichter ist es und desto geringer ist auch das Packmaß. Ab einer gewissen Größe schützt das Tarp jedoch nicht mehr zuverlässig vor der Witterung. Ein kleiner Windstoß genügt, um Regen unter das Tarp auf Ihren Schlafsack zu treiben. Ein Tarp mit einer Größe von 3,5 m x 3 m schützt bei Windstille gut und gerne drei Personen – wenn es jedoch auffrischt und Sie das Tarp tief auf den Boden ziehen müssen, ist schnell nur noch für eine Person inkl. Gepäck Platz.

Bedenken sollten Sie auch, in welche Regionen und zu welchen Jahreszeiten Sie verreisen möchten. Je kälter es draußen ist, desto mehr Ausrüstung und Bekleidung benötigen Sie – unter dem Tarp ist weniger Platz. Ist es sehr feucht, sollten Sie sogar noch eine kleine Bodenplane zum Schutz vor Bodennässe mit sich führen.

Unsere Empfehlung ist, dass Sie sich vor dem Kauf eines Tarps online über Ihr Wunschmodell informieren. Zu fast jedem Tarp gibt es einen Testbericht. Erfahrene Outdoorer können gut abschätzen, für wie viele Personen sich ein Tarp eignet. Wenn Sie auch online keine weiteren Informationen finden, haben Sie immer noch die Möglichkeit, das Tarp zu bestellen und zu Hause zu testen oder aber sich direkt in einem Fachgeschäft beraten zu lassen.

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Zubehör für Tarps

Ein Tarp ist eine einfache Unterkunft in der Natur – viel Zubehör benötigen Sie nicht, um ein Tarp aufzuspannen.

Tarpstange, Trekkingstöcke oder Seil

Seilpuppe hängt am BaumIrgendwie muss ein Tarp in die Luft gehoben werden. Für besonders große Modelle, die sich für mehr als vier Personen eignen, empfehlen wir separate Tarpstangen. Alle anderen Tarps können Sie bequem mit Trekkingstöcken, Ästen, einem Seil oder sogar großen Steinen aufspannen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Häringe

Jedes Tarp muss im Boden verankert werden, damit es nicht vom Wind angehoben werden kann. Am leichtesten geht dies mit Häringen. Falls Sie sich fragen, was die Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen sind, empfehlen wir Ihnen unseren Ratgeber zum Thema Zeltzubehör.

Fazit

Sie haben es vielleicht schon zwischen den Zeilen gelesen: Auch wenn Anfänger problemlos unter einem Tarp übernachten können, empfehlen wir die Nutzung Outdoor-Sportlern, die bereits grundlegende Erfahrungen in der Natur gesammelt haben. Sie müssen kein absoluter Profi sein, sollten aber zumindest schon einmal im Zelt übernachtet habe.

Wenn Sie gerne direkt in der Natur schlafen, Schutz vor Regen und Sonne benötigen und jeden Morgen einen freien Blick in die Natur genießen möchten, könnte ein Tarp genau das Richtige für Sie sein! Gerade im Frühjahr und Herbst, wenn die Insekten noch im Winterschlaf sind und milde Temperaturen locken, zeigt das Tarp seine großen Vorteile gegenüber einem Zelt. Wir sind davon überzeugt, dass Sie beim richtigen Einsatz traumhafte Nächte erleben werden!

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Tarp steht unter einem Sternenhimmel in der Natur

 

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