Ratgeber & Beratung für Zelttypen

Lesen Sie jetzt, welcher Zelttyp für Sie der richtige ist!

Schnelleinstieg: Kuppelzelte | Tunnelzelte | Geodätzelte | Tipizelte

Es gibt viele verschiedene Zelte – und für jede Anforderung findet sich das richtige Zelttyp. Es gibt Alleskönner und Spezialisten, Raumwunder und federleichte Zelte, teure und günstige Modelle. Die Auswahl ist unüberschaubar – wie sollen Sie da den Überblick behalten und entscheiden, welches Zelt für Sie optimal ist? In diesem Artikel erfahren Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bauformen und für welche Aktivitäten sich die unterschiedlichen Zelttypen eignen.

Anforderungen an ein Zelt

Bevor Sie sich informieren, was es alles gibt, sollten Sie genau überlegen, was Sie eigentlich benötigen. Zelte sind heutzutage Hightech-Produkte, teilweise geschaffen für die höchsten Gipfel und die extremsten Orte unserer Erde. Andere Zelte wiederum überleben kaum ein Wochenende auf einer trockenen Wiese. Verschwenden Sie kein Geld für ein Produkt, das Sie nicht benötigen. Versuchen Sie dennoch, realistische Anforderungen an Ihr neues Zelt zu stellen. Wer beim Zeltkauf spart, spart definitiv am falschen Ende!

Das Gemini 3 von Exped steht in Schottland. Im Hintergrund geht die Sonne über den Bergen auf.

Platz: Wie groß muss das Zelt sein?

Schlafkammer

Moderne Zelte halten sehr lange. Planen Sie für die Zukunft und überlegen Sie sich, mit wie vielen Personen Sie in den nächsten Jahren im Zelt schlafen werden. Es wäre schade, wenn Ihr tolles Zelt nach nur wenigen Jahren zu klein oder zu groß ist. Außerdem sollten Sie Ihre Körpergröße im Auge behalten. Viele Zelte eignen sich nur mäßig für Personen, die größer sind als 1,85 m. Falls das Zelt keine Apsis hat, müssen ggf. auch noch Rucksäcke in das Zelt passen. Beachten Sie bitte auch, wie viele Eingänge ein Zelt hat. Mit drei Personen kann ein einziger Eingang schnell unbequem werden.

Apsiden

Ausrüstung der Packliste Wandern im Onlineshop von Globetrotter kaufenSie planen, mit Ihrem neuen Zelt häufig im Norden unterwegs zu sein? Eine gute Entscheidung – bedenken Sie aber, dass Sie bei Regen vielleicht im Zelt kochen müssen und feuchte Bekleidung sowie Ausrüstung nur ungern in die Schlafkammer mitnehmen. Die Lösung: Eine geräumige Apsis, die Ihnen neben der Schlafkammer viel Platz und Schutz vor den Elementen bietet. Es gibt sogar relativ kompakte Tunnelzelte, in deren Apsis man ein Fahrrad oder Motorrad unterbringen kann!

Stellfläche

Auf einer Zeltwiese gibt es sehr viel Platz. Haben Sie aber schon einmal versucht, ein Zelt in den Bergen oder auf einer winzigen Schäre aufzustellen? An solchen Orten ist der Raum für Ihr Zelt limitiert. Mit einem 5 m langen Tunnelzelt haben Sie hier schlechte Karten – ein stabiles und kompaktes Geodätzelt hingegen fühlt sich hier erst richtig wohl.

Gewicht des Zeltes

Falls Sie Ihren Urlaub häufig zu Fuß oder auf Ski verbringen, werden Sie froh über jedes Gramm sein, das Sie nicht tragen müssen. Liegt Ihr Zelt hingegen die meiste Zeit im Kofferraum, kommt es auf ein paar Kilogramm mehr oder weniger auch nicht an. Überlegen Sie vor dem Kauf Ihres neuen Zeltes, welche Aktivitäten damit in den kommenden Jahren geplant sind. Bedenken Sie aber auch, dass leichte Zelte in der Regel teurer sind als schwere.

Stabilität und Belüftung

Je nach Reiseregion, müssen Sie auch andere Anforderungen an Ihr Zelt stellen. Tendenziell ist der Norden Europas z. B. eher feucht und windig: Das Zelt muss eine gute Belüftung besitzen und sehr stabil sein. Im Süden hingegen kann das Zelt etwas weniger stabil sein, sollte dafür aber etwas luftiger geschnitten sein. Ein freistehendes Innenzelt ist gut, wenn es garantiert nicht regnet und man nur einen Mückenschutz zum Schlafen benötigt.

Falls Sie häufige in den Bergen unterwegs sind, sollten Sie mehr Wert auf Stabilität legen, als jemand der die meiste Zeit in Wäldern reist. Starke Winde und Böen sind immer noch der Hauptgrund dafür, dass Zelte auf einer Outdoor-Tour einen Defekt aufweisen – dicht gefolgt von der Unachtsamkeit der Zeltbewohner.

Der Preis

Es ist wie überall im Leben: Nach oben gibt es keine Grenzen … Günstige Zelte können Sie bereits für 50,- € erwerben. Ein Hightech-Zelt kostet jedoch schnell über 1.000,- € – und falls Sie ein qualitativ hochwertiges Familienzelt suchen, ist dies noch lange nicht die Grenze. Aber keine Bange: In der Regel findet sich in jeder Preisklasse das richtige Zelt, wenn man Kompromisse eingeht. Muss es wirklich das beste Material sein, wenn man doch nur ein wenig an der frischen Luft campen möchte?

Sie haben eine ungefähr Vorstellung davon, welche Anforderungen Sie an ein Zelt stellen? Dann schauen wir uns nun die verschiedenen Zelttypen an!

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Zelttypen

Kuppelzelt bzw. Igluzelt

Ein grünes Kuppelzelt steht im WaldDer wohl bekannteste Zelttyp! Ob auf Wanderungen, Beim Camping oder auf dem Festival – das Kuppelzelt ist eines der beliebtesten Modelle. Es ist günstig, schnell aufgebaut und steht recht stabil. Zwei Zeltstangen spannen eine Kuppel auf, gelegentlich spannt eine weitere Stange zwei Apsiden auf. In der Mitte kreuzen sich die Stangen. Dadurch hat das Zelt das Aussehen einer Kuppel bzw. eines Iglus. Das Platzangebot und die Stabilität sind jedoch begrenzt.

In der Regel bestehen Kuppelzelte aus zwei Teilen: Dem Außen- und dem Innenzelt. Das Innenzelt schützt Sie vor Insekten, ist jedoch, abgesehen vom Boden, nicht wasserdicht. Über das Innen- wird das Außenzelt gelegt und mit Haken oder Schnallen befestigt. Die äußere Schicht schützt Sie vor Regen, Wind und Sonneneinstrahlung.

Für wen eignet sich ein Kuppelzelt: Einsteiger, Festival-Besucher, Gelegenheits-Camper.

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Vorteile eines Kuppelzelts

Günstiger Preis
Einfacher & schneller Aufbau
Steht mit wenigen Häringen stabil

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Nachteile eines Kuppelzelts

Platzangebot im Zelt ist überschaubar, Apsiden sind sehr klein
Günstige Modelle sind weniger gut belüftet
Hält Belastungen durch starken Wind kaum stand
Hohes Gewicht und kurze Lebensdauer bei günstigen Modellen

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Tunnelzelt

Grünes Tunnelzelt Hilleberg Nammatj 3 GT steht in GrönlandDie Raumwunder unter den Zelten, die sich für Outdoor-Reisen eignen. Kein Zelttyp bietet Ihnen bei gleichem Gewicht so viel Platz wie ein Tunnelzelt! Zwei bis vier Gestängebögen spannen das Zelt auf. Befestigt man es nun mit Häringen, öffnet es sich wie eine Ziehharmonika: Ihr Zelt sieht aus wie ein Tunnel. Das große Platzangebot hat jedoch auch einen Nachteil: Tunnelzelte benötigen sehr viel Platz für den Aufbau. Was auf Wiesen nicht stört, kann in den Bergen schnell zum Problem werden.

Je nach Art bietet Ihnen ein Tunnelzelt im Inneren sehr viel Fläche. Sowohl die Schlafkammer als auch die Apsiden sind sehr geräumig. Für lange Reisen mit viel Ausrüstung und Equipment ist ein Tunnelzelt optimal geeignet. Wie auch beim Kuppelzelt besteht das Tunnelzelt aus Innen- und Außenzelt, die miteinander verbunden sind.

Starkem Wind hält dieser Zelttyp jedoch nur bedingt stand. Wenn der Wind seitlich auf das Tunnelzelt trifft, wird es schnell instabil, falls das Zelt nicht optimal abgespannt ist. Besser ist es, ein Tunnelzelt immer mit einer Apsis in den Wind zu stellen. Die Apsis bietet dem Wind weniger Angriffsfläche und leitet den Wind einfach über das Zelt hinweg – blöd nur, wenn mitten in der Nacht der Wind dreht.

Nichtsdestotrotz ist ein Tunnelzelt das Mittel der Wahl für Reisen in exponierte Regionen. Es ist zuverlässig, bietet im Inneren Platz zum Kochen und zum Lagern von Ausrüstung und besitzt in der Regel eine gute Belüftung.

Für wen eignet sich ein Tunnelzelt: Erfahrene Outdoorer, Menschen die im Sommer & Winter Touren unternehmen, Personen mit viel Ausrüstung.

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Vorteile eine Tunnelzelts

Ausgezeichnetes Verhältnis zwischen Gewicht und Platzangebot
Geräumige Apsis mit Möglichkeit zum Kochen und Lagern von Ausrüstung
Gute Belüftung
Innen- & Außenzelt sind gekoppelt, was den Aufbau erleichtert

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Nachteile eines Tunnelzelts

Viel Größe bedeutet hohes Gewicht
Steht nicht von alleine und benötigt viel Platz
Darf keinen starken Wind von der Seite bekommen
Preis ist überdurchschnittlich hoch

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Geodätzelt

Ein gelbes Geodätzelt steht unter dem Sternenhimmel und wird von innen beleuchtet.Diese Zeltform ist eine Weiterentwicklung des Kuppelzelts. Im Vergleich dazu hat ein Geodätzelt jedoch mehr Gestängebögen, die sich an verschiedenen Punkten kreuzen. Die Windstabilität wird erhöht, da die Fläche des Außenzelts in kleinere Einheiten unterteilt wird. Je häufiger sich die Stangen kreuzen, desto stabiler ist das Zelt. Aus diesem Grund eignen sich Geodätzelte für extreme Regionen mit starken Winden. Auch einer hohen Schneelast halten diese Zelte ohne Probleme stand.

Die Stabilität wird jedoch teuer erkauft: Kein Zelttyp hat ein so schlechtes Verhältnis zwischen Gewicht und Platzangebot. Das Zeltgestänge und die verstärkten Materialien besitzen nun einmal ihr Gewicht. Um dennoch relativ leicht zu reisen, kann am Platz gespart werden. Je kleiner Schlafkammer und Grundfläche sind, desto leichter ist das Geodätzelt. Dies kann aber auch ein Vorteil sein, wenn es z. B. in den Bergen nur kleine Stellflächen für ein Zelt gibt.

Ein weiterer Vorteil ist der Aufbau: Geodätzelte sind in der Regel selbsttragend. Das heißt, sie stehen stabil, ohne mit Häringen befestigt zu werden. Diese sorgen nur dafür, dass das Zelt nicht wegfliegt. Die Stabilität wird, im Gegensatz zum Tunnelzelt, jedoch vom Zeltgestänge erzeugt. Zudem sind Innen- und Außenzelt häufig miteinander gekoppelt, sodass der Aufbau schnell von der Hand geht.

Für wen eignet sich ein Geodätzelt: Berg- und Wintersportler, die mit starken Winden rechnen und ggf. nur wenig Platz für ein Zelt haben.

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Vorteile eines Geodätzelts

Äußerst windstabil, auch unter extremen Bedingungen
Selbsttragende Konstruktion und leichter Aufbau
Benötigt nur eine kleine Stellfläche
In der Regel sehr gut belüftet

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Nachteile eines Geodätzelts

Sehr schwer durch die viele Gestängebögen und das robuste Material
Schmale Schlafkammer
Wenig Platz für Gepäck in den Apsiden
Hoher Preis

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Tipizelt

Das Tipizelt Bergans Lavvo steht in Schweden und wird von innen beleuchtet.Viele Outdoor-Urlauber und Camper unterschätzen das Tipizelt. Dabei bietet es so große Vorteile: Bei großen Modellen kann eine erwachsene Person problemlos im Innern stehen. Auch der Aufbau ist denkbar einfach. Eine Stange aufrichten und das Zelt in alle Himmelsrichtungen abspannen – fertig. Mit allerlei Zubehör können Sie ein Tipizelt ganz auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Für kalte Nächte kann man sogar einen Ofen im Zelt platzieren.

Junge Familien oder kleine Gruppen treffen mit einem Tipizelt eine gute Wahl für verschiedenste Reisen. Dank optionalem Innenzelt und einer Bodenplane kann das Zelt fast überall eingesetzt werden. Aber auch Alleinreisende können auf Outdoor-Tour ultraleichte Tipizelte nutzen, die nur mit einem Wanderstock aufgespannt werden.

Bei kaum einem Zelttyp werden so unterschiedliche Materialien verbaut. Schweres Baumwollgewebe ist robust, langlebig und perfekt für lange Kanutouren geeignet – solange man das schwere Zelt nicht tragen muss. Leichte Silnylon-Varianten eignen sich auch zum Trekking oder für lange Reisen mit dem Fahrrad. Spannt man ein Tipi vernünftig ab, ist es entgegen vieler Meinungen zudem sehr windstabil.

Ein Nachteil von Tipizelten ist jedoch der Preis. Wenn Sie kein passionierter Abenteurer oder Outdoor-Sportler sind, wird sich die Anschaffung eines Tipis kaum rentieren. Für alle anderen jedoch, die regelmäßig dem Ruf der Natur folgen, ist dieser Zelttyp eine interessante Alternative zum Tunnel- oder Kuppelzelt!

Für wen eignet sich ein Tipi-Zelt: Passionierte Outdoorer, Gruppen und Alleinreisende.

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Vorteile eines Tipizelts

Bietet sehr viel Platz und Stehhöhe
Einfacher und schneller Aufbau
Für jeden Einsatzzweck findet dich das passende Tipi
Windstabil bei guter Abspannung

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Nachteile eines Tipizelts

Je nach Modell verhältnismäßig schwer
Hoher Preis
Große Modelle sind im Aufbau schwierig
Häufig ohne Boden und Innenzelt: Schlechter Schutz vor Insekten

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Fazit: Welcher Zelttyp ist der richtige?

Ausrüstung der Packliste Wandern im Onlineshop von Globetrotter kaufenViele Faktoren sprechen für oder gegen einen bestimmten Zelttyp. Schwieriger wird es dadurch, dass sich die einzelnen Zeltformen zusätzlich in verschiedenste Modelle aufteilen. Dieser Umstand gewährt jedoch auch einen sehr großen Vorteil: Mittlerweile gibt es für jeden Einsatzzweck, sei es zum Trekking auf Spitzbergen oder für einer Radreise durch Kanada, das passende Zelt.

Sie sollten sich, wie eingangs bereits beschrieben, genau überlegen, wofür Sie Ihr neues Zelt eigentlich benötigen. Denken Sie auch immer daran, dass der Kauf einen Zeltes eine langfristige Investition ist. Je nach Art der Reise stellt das Zelt außerdem einen Gegenstand dar, an dem nicht gespart werden sollte.

Mit unseren Tipps und einer guten Beratung werden auch Sie das optimale Zelt finden. Schauen Sie sich online um – es gibt viel zu entdecken!

Kuppelzelt Tunnelzelt Geodätzelt Tipizelt
Aufbau Leicht Mittel Leicht bis mittel Leicht bis schwer, je nach Größe
Platz-Gewichtsverhältnis Mittel Sehr gut Schlecht Mittel
Stabilität Gut Mittel bis schlecht Sehr gut Gut bis mittel
Flexibilität Sehr gut Mittel Gut Mittel
Preis Gut Mittel bis sehr teuer Teuer bis sehr teuer Teuer
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